2015 – Karibik

Eine schon länger geplante Reise mit den Jungs führte und dieses Jahr in die Karibik. Wieder mit dem Segelschiff versteht sich. Neben der Standardcrew nahmen wir noch zwei Neulinge mit auf die Reise, und leider mussten wir unseren Ex-Skipper daheim lassen. Wir haben ihn sehr vermisst und wir sind uns sicher, dass ihm der Trip ebenfalls viel Freude bereitet hätte. F & C erledigten das Ganze aber auch super, der nächste Törn kann kommen! 😉

Ausgangspunkt für die Reise war Martinique, eine kleine französische Insel etwa 9 Flugstunden von Paris entfernt. Leider muss man um dorthin zu gelagen zuerst von München nach Paris CDG, um dann von Paris Orly Richtung Süden zu fliegen. Die ersten drei Tage verbrachten wir in einer sehr schönen Villa, die wir zu siebt bezogen. Ein ganzes Haus für uns, Pool und Meerblick inklusive. Wieder können wir airbnb nur wärmstens empfehlen! Zum Eingewöhnen genau richtig, bevor es dann drei Tage später auf das Schiff ging. Unsere Oceanis 48, Baujahr 2012, war zwar optisch in einem guten Zustand, jedoch haben einige Dinge während der Fahrt immer wieder Probleme gemacht, schade. Segeltechnisch und vom Spaßfaktor war das Schiff allerdings wieder sehr gutmütig, so wie wir es von letzten Törns mit Beneteau-Yachten gewoht waren.

Der geplante Trip sollte uns vorbei an den größeren Inseln wie St. Lucia und St. Vincent bis nach Grenada führen. Auf dem Hinweg nahmen wir zudem unser achtes Crewmitglied auf. T konnte aufgrund privater Verpflichtungen erst etwas später nachkommen… was uns den berliner Slang zumindet eine Zeit lang ersparte *gggg*. Auf dem “Heimweg” ging es dann durch die kleineren Inseln der Tobago Cays bis zurück nach Martinique. An sich wiederum ein sehr harmonischer Ausflug unter Männern, ich habe mich mit allen Mitreisenden sehr wohl gefühlt! Vielen Dank an alle für die superschöne Zeit!

Das Besondere an dieser Reise waren im Gegensatz zu unseren übrigen Törns ein paar Details, die wir so noch nicht erlebt hatten. Zum einen die Temperaturen: Während wir in Griechenland auf See oftmals lange Kleidung oder auch Jacken benötigten reichte hier eine bequeme Badehose. Immer. Wäre aber auch ohne gegangen ;-). Der Wind war absolut vorhersehbar. Immer annähernd gleich stark und immer auf “on”. Und immer dieselbe Richtung (bis auf ein paar wenige Grad). Das machte die Routenplanung extrem angenehm, da die Fahrzeiten sehr gut berechenbar und auch die Entfernungen sehr gut abschätzbar waren. Etwas gewöhnungsbedüftig und auch zeitraubend sind die notwenigen Umklarierereien durch verschiedene Länder. Die Einheimischen wollen alles verkaufen was irgendwo wächst und nicht angeschraubt ist, inklusive Frauen und Smoke. Manche werden allerings auch etwas unverschämt, wenn es beispielsweise um Bojen oder Moorings geht. Da wird schonmal für eine Boje kassiert und 20min später kommt dann der echte Kassenmann… oder man hält als Mann im Ruderboot die Leine einfach so lange fest bis Geld rüberwächst. Argumente wie “wir würden das gerne selber machen” oder “Danke für die Hilfe, aber wir brauchen keine… wir sind 8 Leute auf dem Pot” werden einfach überhört. Dafür kann man sich auf eines verlassen: “You want fruit? I have Mango, Banana, Papaya… what you want. Need fish? Fresh? Ice? Bread?” — “No thanks, we need nothing, Thanks for your help” — “Girls?” — “No” — “Smoke, local Cigarette?” — “No, thanks” — “You have garbage?” — “No, thanks for your help”. Diese Unterhaltung ist immer gleich, wenn man wirklich nichts braucht. Wenn man was braucht: immer den Preis verhandeln und hartnäckig sein. Im Grunde sind die Einheimischen nette Leute, wissen aber: wer mit einem Segelschiff kommt kann prinzipiell auch was von ihnen kaufen. Wenn man freundlich ist und auch mal etwas Smalltalk führt, zusammen ein Bier trinkt o.Ä. sind aber die Meisten zufrieden und gehen auch wieder ohne ein Geschäft zu machen. Schlechte Erfahrung haben wir eigentlich nur mit einem Zeitgenossen gemacht, aber Deppen gibts halt überall. Was man sich merken sollte: es ist durchaus angebracht bei mehreren gleichen Angeboten die Käufe auch auf mehrere Verkäufer aufzuteilen, falls möglich. So kauft man einfach mal bei dem einen Herren Bananen, beim nächsten ein paar Mangos, beim nächsten dann Eis. Dann hat jeder was davon. Ein Schmuckhändler war sehr verärgert darüber, weil wir das eben einmal nicht so gemacht haben. Ich hab mich relativ lange mit ihm unterhalten und konnte seine Argumentation sehr gut verstehen. Er ist auf die gelegentlichen Gerschäfte angewiesen, weil das sein einziges Einkommen ist. Sahnt nun ein Verkäufer alles ab… nun… dann kann das schonmal zu Problemen in der Gemeinschaft führen… auch wenn der Andere vielleicht besser und freundlicher ist. Aber mei… so ist das Leben, nicht?.

Jedenfalls ist die Landschaft (besonders im Süden bei Grenada und den Tobago Cays) der absolute Wahnsinn. So wie man sich Karibik vorstellt: kleine Inseln, weißer Sand, Palmen und türkises glasklares Wasser. Wir könnten die Tage dort sehr genießen, auch wenn wir ab und an Probleme mit unserem Boot zu lösen hatten. Neben malerischen Stränden konnten wir massig Delfine, Schildkröten und andere Meeresbewohner bewundern. Sogar Wale haben unseren Weg gekreuzt.

Alles in Allem ein super gelungener Urlaub, auch wenn ehrlich gesagt drei Wochen mit acht Leuten auf dem engen Raum eines Segelschiffes ab und an etwas an den Nerven zerren. Es hat halt doch jeder mal eine Zeit in der ers gerne ruhiger hätte. Mal für sich sein. Oder einfach nur mal Dösen ohne geschaukelt zu werden ;-). An dieser Stelle aber nochmals ein Dank an die gesamte Crew. Es hat tierisch Spaß gemacht und ich würde in dieser Konstellation jederzeit wieder fahren. Aber dann mit einer 55er Yacht *g*… und nicht mehr so lange ohne meine Maus.

Aber lest selbst: Hier gehts zum Reisebericht.

 

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